Stadtportal Schwabach

ca. 6.-8. Jhd.

An der Stelle des heutigen Schwabach existiert eine schwäbisch-alemannische Kleinsiedlung, nach der fränkische Siedler das Flüßchen "Schwaben-Ache" und die spätere Ortschaft benennen.

um 800

Schwabach besteht vermutlich aus einem fränkischen Königshof (an der Stelle des heutigen Mönchshofs) und drei sog. "Urhöfen"

1117

Das Dorf ("Villa") "Suabach" wird erstmals urkundlich erwähnt in der Chronik des Klosters Zwiefalten bei Reutlingen: Zwei Mönche des Klosters hatten in Schwabach übernachtet und wurden in dieser Nacht Zeugen eines beeindruckenden Nordlichts.

1166

Schwabach geht als kirchliche Schenkung an das Zisterzienserkloster Ebrach im Steigerwald. Der "Mönchshof" also der ebrachische Wirtsschaftssitz, bleibt bis 1797 in klösterlichem Besitz.

1299

Schwabach fällt an den Grafen Emicho von Nassau.

1303

Schwabach wird erstmals als Markt - "forum" - bezeichnet

1364

Schwabach wird an die Burggrafen von Nürnberg (ab 1415 Markgrafen von Brandenburg) aus dem Haus Hohenzollern verkauft.

1375

Schwabach ist zur Stadt aufgestiegen

1404

Einweihung der Spitalkirche. Ca. 30 Jahre vorher wurde das Spital als Stiftung eines reichen Nürnberger Bürgers eingerichtet.

1468

Schwabach wird (bis zum Ende des 18. Jahrhunderts) Sitz eines markgräflichen Amtmanns.

1470

Schwabach wird Haupt-, Münz- und Legstadt des Fürstentums Ansbach. Bis 1795 werden hier Münzen geprägt, zuletzt in dem heute noch existenten herrschaftlichen Gebäude in der Münzgasse.

Um 1500

Ein Schwabacher Typenschneider hat vermutlich in Nürnberg die "Schwabacher Schrift" entwickelt. Sie wurde so populär, dass Luthers Bibelübersetzung in dieser Schriftart gedruckt wurde. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde diese Schrift verboten.

1495

Nach 26jähriger Bauzeit wird die neue Stadtkirche St. Johannes und St. Martin eingeweiht. Es handelt sich um eine gotische Staffelhallenkirche mit einem prächtigen Hochaltar aus der Werkstatt des Nürnberger Meisters Michael Wolgemuth, vermutlich unter Mitarbeit des berühmten Holzschnitzers Veit Stoß.

1528

In Schwabach wird die Brandenburgisch-Nürnbergische Kirchenordnung beschlossen, die die Reformation in Nürnberg und im Fürstentum Ansbach fixiert.

1529

Die "Schwabacher Artikel" eine der Grundlagen der Augsburger Konfession und des Protestantismus, werden im Schwabacher Gasthof "Zum Goldenen Stern" (der heute noch steht) beraten.

Bau des Rathauses.

1547

Im Gasthof "Goldene Gans" wird Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen kurze Zeit gefangengehalten. Das Gebäude am Marktplatz heißt seitdem Fürstenherberge.

ab 1620

Evangelische Glaubensflüchtlinge (Exulanten) aus der Oberpfalz und Österreich lassen sich in Schwabach nieder.

1632

Belagerung und Plünderung Schwabachs durch wallensteinsche und kurbayerische Truppen.

1633

Mit einem Weißenburger Nadlermeister kommt ein neues Gewerbe nach Schwabach, das in den folgenden Jahrhunderten bis heute von großer Bedeutung für die Stadt sein wird: die Nadlerei.

1686

Französische Hugenotten finden als Glaubensflüchtlinge Aufnahme in der Stadt. Sie gründen eine Gobelinmanufaktur und bringen neue Gewerbe wie z.B. die Strumpfwirkerei nach Schwabach.

1687

Die Hugenotten bauen sich ein eigenes Gotteshaus, die "Franzosenkirche".

1716

Mit der Schwabacher Kattunmanufaktur entsteht die erste moderne Fabrikanlage Frankens.

1717

Der "Schöne Brunnen" auf dem Schwabacher Marktplatz wird durch Markgraf Wilhelm Friedrich eingeweiht

1727

Der Mediziner und Botaniker Johann Gottfried Zinn wird in Schwabach geboren. Nach ihm wird später eine Blume benannt: die Zinnie.

1732

Eine gewaltige Überschwemmung vernichtet in der Innenstadt Häuser und kostet etliche Menschenleben. Die Wasserstandsmarkierung ist heute noch an der Spitalkirche zu sehen.

1792

Schwabach fällt zusammen mit dem gesamten Fürstentum Ansbach an Preußen

1806

Infolge der Neuordnung Europas, ausgelöst durch Napoleon, wird Schwabach bayerisch.

1814

Adolph von Henselt wird in Schwabach geboren. Als gefeierter Komponist und Pianist, der Schumann und Liszt zu seinen Bewunderern zählte, lebte er später in Rußland. Von ihm stammt u.a. das bekannte Volkslied "Wenn ich ein Vöglein wär".

1850

Einweihung der neuerbauten katholischen Kirche St. Sebald

1849

Schwabach erhält mit dem Bau des Schwabacher Bahnhofs Anschluss an das moderne Eisenbahnnetz. Die Metallindustrie, bes. die Nadelfabrikation, erlebt mit der Einführung der ersten Dampfmaschinen einen rasanten Aufschwung.

1893

Mit dem Nürnberger Tor wird der letzte Teil der ehemaligen Stadtmauer abgerissen. Nur in Teilen ist die alte Befestigung noch erhalten.

1900

Die erste verlässliche Zählung ergibt für Schwabach 9385 Einwohner.

1920er Jahre

Das Goldschlägerhandwerk befindet sich auf dem Höhepunkt seiner Blüte: In der Stadt gibt es über 120 Blattgoldschlägereien.

1941

Erster und zugleich schwerster Bombenangriff der Alliierten auf Schwabach. Teile der Innenstadt werden zerstört und mehrere Menschen getötet.

1952

Renovierung des Historischen Rathauses und Einrichtung des sog. "Goldenen Saales" mit einem Fries aus 14.000 Blatt Schwabacher Blattgold.

1972

Durch die Gebietsreform mit ihren Eingemeindungen wird Schwabach zur kleinsten kreisfreien Stadt Bayerns mit heute etwa 40.000 Einwohnern

1979

Verleihung der Europa-Nostra-Medaille für gelungene Altstadtsanierung, u.a. den Bau einer Tiefgarage unter dem Marktplatz.