Stadtportal Schwabach

Das Sinfonieorchester der Hochschule für Musik Nürnberg zum ersten Mal zu Gast in Schwabach

Im wahrsten Sinne „märchenhaft“ war das Konzert mit dem Sinfonieorchester der Hochschule für Musik Nürnberg im Markgrafensaal. Sein Motto „Tausendundeine Nacht“ versprach nicht zu viel und bildete einen besonders strahlenden Glanzpunkt im Schwabacher Jubiläumsjahr, den die Stadt Schwabach mit dem Kulturamt ermöglicht hatte.     61 junge überaus hochbegabte Musikerinnen und Musiker des Sinfonieorchesters der Nürnberger Musikhochschule nahmen die zahlreichen Besucher mit auf eine spannende, musikalisch farbenprächtige Reise in die orientalische Märchenwelt im gut besetzten Markgrafensaal. Dessen ausgezeichnete Akustik lobte insbesondere Guido Johannes Rumstadt, Professor für Orchester und Dirigieren an der Nürnberger Hochschule, bei seiner Ankündigung, seinem Master-Schüler Gyuseong Lee am Dirigentenpult den Vortritt zu lassen. Feingefühl und zurückhaltende Klarheit prägte das Dirigat des jungen Dirigenten-Eleven bei den ersten beiden Programmstationen.

Weit gespanntes Programm gefühlvoll umgesetzt

Gestartet wurde mit einer Uraufführung des tschechischen Komponisten Pavel Trojan vom Konservatorium Prag. Passend zur derzeitigen Ausstellung Karl IV. kam die Konzertouvertüre: »Via Carolina« unter Mitwirkung von Prager Musikstudierenden zu Gehör. Leise beginnend, sich mit abenteuerlichen Klängen entwickelnd und mit modernen Harmonien spannend durchsetzt, erlebte das Publikum ein Bild jener „goldenen“ Handelsstraße, mit der seit dem 13. Jahrhundert die beiden Städten Prag und Nürnberg schon im Mittelalter verbunden wurden. Wie auf den Spuren Kaiser Karl IV. spiegelten sich die Landschaften und das Abenteuer einer Reise. Wie sanfte frühlingshafte Lyrik einerseits und wilde Dynamik, mit scheinbar engverschobenen Harmonien und Tönen andererseits wurde dieses Werk zu einem besonders schillernden Hörerlebnis. Dies wurde gekrönt durch das technisch brillante und interpretatorisch exzellente Solo-Spiel von Elisabeth Zaitseva. Auf ihrer Violine schien sie keine Grenzen in den Höhen zu kennen.

Dramatische Geschichte - brillante Darbietung

Damit war das Publikum beim programmatischen Höhepunkt der konzertanten Reise angelangt, bei der „Scheherazade“ von Nikolai Rimsky-Korsakov. Dynamische Power, die sich aus einem Pianissimo entwickelt hatte und die Zuhörer zu Scheherazade, der Märchenerzählerin aus „Tausendundeiner Nacht“ führte, die wie das große Orchester Geschichten von Sinbad auf dem tosenden Meer, vom Prinzen Kalender, einem großen Fest in Bagdad und dem Drama um ein zerschelltes Schiff erzählte. Bestechend dabei das beeindruckende dynamische Dirigat von Gyuseong Lee und das zarte Violinen-Solo, das hier von Konzertmeister Moritz König übernommen wurde. Er hatte die Konzertmeisterin Seiko Asa bei den ersten beiden Werken abgelöst. So schlüpfte er quasi mit seinem Instrument in die Rolle der erzählenden Sklavin, wobei er ungemein expressiv und technisch atemberaubend agierte. Obwohl die Komposition von dynamischen Gegensätzen, variabel forcierten Tempi und klanglicher Farbigkeit schon für sich faszinierte, setzten einzelne Soli und instrumentale Dialoge, die nahtlos fließenden Crescendi und das exakte einheitliche Pizzicato-Spiel bei den Streichern noch zusätzliche Glanzpunkte.

Begeistertes Publikum

Schließlich würdigte ein sehr langanhaltender herzlicher Beifallssturm Werke voller Dramatik, Leidenschaft und Gefühl, die von hervorragenden jungen musikbegeisterten Interpreten perfekt umgesetzt wurde.

Fotos und Bericht: Ursula Kaiser-Biburger

Kontakt

Kulturamt Stadt Schwabach, Projektbüro Stadtjubiläum
Telefon: 09122 860-305

Veranstaltungskalender

Fahrplanauskunft