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Die Synagoge

Die Synagogengasse zeugt auf eindrucksvolle Weise von der einstigen Vielfalt jüdischen Lebens in Schwabach.

Unter den Gebäuden in der Synagogengasse verdient die Synagoge im Haus Nr. 6 besondere Aufmerksamkeit. Ihre Geschichte reicht bis 1799 zurück. Zu dieser Zeit war die jüdische Gemeinde wohl so groß geworden, dass die erste Synagoge von 1687 nicht mehr reichte und eine neue erbaut wurde.
1938 wurde diese von der Brauerei Weller samt Grundstück gekauft. Da dies noch vor dem Novemberpogrom geschah, entging sie vermutlich der Schändung und Brandstiftung. Sie wurde fortan als Lagerraum und Wohnung genutzt.

Von 1945 bis 1948 beschlagnahmten die Alliierten das Gebäude, jüdische Flüchtlinge aus den Konzentrationslagern nutzen es kurzzeitig als Synagoge. 1948/49 wanderten jedoch die letzten nach Israel und in die USA aus. Als Folge des Rückerstattungsverfahrens zahlten die Brauereiinhaber 6000 DM an eine jüdische Restitutionsorganisation.

Seit 1998 verpachtet die Brauerei die Synagoge an den Verein Synagogengasse 6 e.V., der sie aufwändig saniert hat. Heute ist sie ein „Haus der Bildung" – genau wie damals, denn Synagogen dienen nicht nur als Versammlungsstätte für den Gottesdienst, sondern sind immer auch Orte der Belehrung und Bildung.

Nach der Shoa wurde zwar weder in Schwabach selbst noch in einer der umliegenden Landgemeinden wieder eine jüdische Gemeinde gegründet, doch wie kaum in einer anderen Stadt ist in der Schwabacher Synagogengasse ein eindrucksvolles Ensemble an jüdischen Gebäuden erhalten geblieben: die Synagoge, das Rabbinerhaus, das Haus des Schächters, das Lehrhaus und viele weitere Wohnhäuser. Auch in der Glockengießergasse und der Friedrichstraße befinden sich noch einige.