Stadtportal Schwabach

ortung X Station 24 - Jérôme Chazeix (Berlin)

Die Monade – Kampf auf der Astralebene

Abgedunkelt und mit golden glänzender Folie abgehängt wird der Raum durch den Künstler zu einer Höhle umgestaltet. Durch die wulstig ausgestülpte Öffnung gelangt der Besucher in eine Art Geburtskanal und stößt am Ende auf eine große Rückprojektionsleinwand. Hier läuft ein Zeichentrickfilm (4 Min., 31 Sek.), dreifach wiederholt, in einem HD Videoloop, für dessen Gesamtlänge Chazeix ein elektronisches Musikstück komponierte. Den Film stellte der Künstler in Handarbeit aus 4800 eigenhändigen, farbigen Zeichnungen her. Man sieht intergalaktisch kämpfende Zeichentrickfiguren, darunter „einen Alpha- und einen Omega-Mann“, malerische Explosionen, geometrische Körper, Weltraum-Motive, Science Fiction-Elemente, Abstraktion und Gegenständlichkeit. Dazu wird aus dem theoretischen Konzept vorgelesen, das in schriftlicher Form aushängt und aus Dialogen, comicartigen Ausrufen, Aphorismen, poetischen Metaphern und Zitaten besteht.

Allumfassend, wie der Monadenbegriff, reicht das Themenspektrum vom Ursprung der Welt bis zum Ende des Universums. Es geht um Tod und Wiedergeburt, um das alchemistische Ziel „alles in Gold [zu] verwandeln“, den Menschen „als pure kosmische Energie“ und die Frage nach dem Sinn des Lebens. Die mediale Fülle und gedankliche Komplexität mag überfordern, liefert aber zugleich viele potenzielle Anknüpfungspunkte für einen individuellen Zugang zu dem künstlerischen Kosmos. Chazeix spricht von seiner raumgreifenden Installation, deren einzelne Elemente zwischen 2009 und 2014 entstanden, als einem „zeitgenössischen Gesamtkunstwerk“.

Achtung: nicht für Epileptiker/innen geeignet.

Christine Demele

Biographie

Jérôme Chazeix wurde 1976 in Frankreich geboren und lebt seit 2000 in Berlin. Von 1994 bis 2002 studierte er Bildende Kunst an der Universität von Saint-Etienne (F) und schloss dort mit einer
Doktorarbeit über Gesamtkunstwerke ab. Parallel besuchte er von 1995 bis 2000 die Kunsthochschule in Saint-Etienne (F), welche er mit Diplom im Studiengang Freie Kunst absolvierte. Von 2000 bis 2004 war er Meisterschüler bei Katharina Grosse an der Kunsthochschule Berlin Weissensee. Er wurde für zahlreiche Stipendien und Artist in Residencies wie beispielsweise Bangalore (IN), Helgeland (NO),
Amsterdam, Wien, Frankfurt, Ravensburg, Meinersen (DE) und Vilnius (LT) ausgewählt. Seine letzten Einzelausstellungen umfassen unter anderem: 2016 SomoS Berlin und Super + Centercourt München, 2014 Kunstraum Periscope Salzburg (AT), 2013 Kunstraum Kreuzlingen (CH), 2012 Dortmunder Kunstverein und 2011 Kunstverein Langenhagen.

Ausstellungen (Auswahl)

EINZELAUSSTELLUNGEN
2017 L´oeil du poisson, Québec (CA) / USF, Bergen (NO) / Galerie 21, Vorwerksstift, Hamburg / Kunstraum Tiefgarage,
Köln / Kunstverein Neuköln, Berlin
2016 SomoS, Berlin / super+CENTERCOURT, München
2015 Jaaga, Bangalore (IN) / Shoonya - Centre for Art and Somatic Practices, Bangalore (IN)

GRUPPENAUSSTELLUNGEN (Auswahl)
2016 RAE Space for contemporary art, Berlin / Kunsthaus, Meinersen / Tatwerk, Performative Forschung, Berlin /
Kunsthalle M3, Berlin / Galleri NOK, Bodø (NO) / Offspaces Festival, München
2015 La Tricoterie, Brussels (BE) / ZK/U Zentrum für Kunst und Urbanistik, Berlin
2014 Kunstverein Friedland / Institut für Alles Mögliche, Berlin


Weitere Informationen

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