Stadtportal Schwabach

Die Vereidigten mit Obmann, Bürgermeister und Betreuer

Mit der Vereidigung von zwei neuen Feldgeschworenen durch Bürgermeister Dr. Roland Oeser wird in Schwabach eine bayerische Tradition fortgeführt: Feldgeschworene, im Volksmund auch Siebener genannt, wirken in Bayern bei der Kennzeichnung von Grundstücksgrenzen mit. Sie setzen Grenzsteine höher und tiefer, wechseln beschädigte Grenzzeichen aus oder entfernen sie. Als Hüter gemeindlicher Grenzen und Abmarkungen arbeiten sie eng mit dem Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung zusammen.

Früher waren die Feldgeschworenen unverzichtbar, um Grenzstreitigkeiten zu vermeiden. Doch ist diese rund 500 Jahre alte bayerische Tradition auch heute noch aktuell? – Das Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung jedenfalls schätzt dieses Ehrenamt auf Lebenszeit als sehr wertvolle Hilfstätigkeit und auch in der Stadt Schwabach ist man froh darüber. Hier kümmert sich das Amt für Stadtplanung und Bauordnung, Matthias Duschka, um die Feldgeschworenentätigkeit.

„Es ist wichtig, neue Feldgeschworenen gefunden zu haben, um die Vielzahl der Vermessungen wahrnehmen zu können. Denn es ist keine Seltenheit, dass an einem Tag zwei Vermessungen stattfinden“, berichtet Feldgeschworenenobmann Reinhard Fleischmann. „Von Vorteil ist auch, dass die meisten von uns Landwirte sind. So können wir unsere Arbeitszeit relativ flexibel gestalten und sind auch während des Tages einsatzbereit“, ergänzt Fleischmann.

Zwölf Feldgeschworene gibt es derzeit in Schwabach. Allerdings ist aufgrund von Krankheit und Alter nur noch die Hälfte von ihnen tatsächlich aktiv. Umso erfreulicher also, dass sich mit Herbert Burk und Günter Rühl neue Feldgeschworene gefunden haben. Voraussetzung für dieses Amt ist ein Alter von 21 Jahren und mindestens ein Jahr Wohnsitz im Stadtgebiet.
24 000 Siebener sind in ganz Bayern ehrenamtlich tätig. Das Bayerische Kabinett hat erst kürzlich beschlossen, einen Antrag an die Kultusministerkonferenz weiterzuleiten, nach dem unter anderem das Feldgeschworenenwesen in Bayern in das deutsche Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen wird.

Bürgermeister Dr. Oeser dankte den neuen Feldgeschworenen für die Bereitschaft zur Übernahme dieses Ehrenamtes und vereidigt sie im Anschluss mit der in der Feldgeschworenenordnung festgelegten Eidesformel.

Foto (von links): Matthias Duschka vom Amt für Stadtplanung, Herbert Burk, Günter Rühl, Feldgeschworenen-Obmann Reinhard Fleischmann und Bürgermeister Dr. Roland Oeser