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Dezentrale Kleinwindenergieanlagen gegen Energiearmut

Umweltfreundlicher Strom für mehr Informationen und Wissen: Auf der Basis von regenerativer Energie entwickelt das Forschungsteam um Prof. Dr.-Ing. Stefan Ströhla und Prof. Dr. Klaus Hofbeck an der TH Nürnberg einen Demonstrator für eine Hybrid-Energieanlage. Das ermöglicht der ländlichen Bevölkerung in Indien Teilhabe an modernen Kommunikationsmitteln. Das Projekt „Überwindung der Digitalen Spaltung durch Nutzung erneuerbarer Energie – Overcoming the Digital Divide by Using Renewable Energies (ODDURE) wird mit 215.800 Euro durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gefördert.

Ein Leben ohne Strom – für eine moderne Industriegesellschaft kaum vorstellbar. In Indien ist das für rund 300 Millionen Menschen Realität. 45 Prozent der ländlichen Haushalte haben keinen Zugang zu Elektrizität und damit keinen Zugang zu digitalen Kommunikationsmitteln, um sich Wissen und Informationen anzueignen. Prof. Dr. Klaus Hofbeck: „Mit einer ausreichenden und bezahlbaren Energieversorgung steht ein technologisch umweltfreundlicher Zugang zu Wissen, Vernetzung, Produktion und Versorgung zur Verfügung – eine wesentliche Voraussetzung für die Entwicklung einer langfristig wirksamen Strategie gegen Armut."

Seit Februar 2016 arbeitet das Forschungsteam der TH Nürnberg an der Optimierung einer Kleinwindenergieanlage (KWEA) mit vertikaler Drehachse, kombiniert mit Photovoltaikmodulen (PVM). Prof. Dr.-Ing. Stefan Ströhla erläutert die Funktionsweise: „Wir haben uns für ein Vertikalwindkraftwerk entschieden, weil es unabhängig von der Windrichtung ist, sich unauffälliger ins Landschaftsbild einfügt und damit eine größere Akzeptanz in der Bevölkerung hat als horizontale Windkraftwerke. Zusätzliche Windleitelemente und Photovoltaikmodule gewährleisten eine Steigerung der Leistungseffizienz.“ Um die optimale Konstellation zu ermitteln, haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der TH Nürnberg die Leistung der KWEA im Windkanal am Institut für Aerodynamik und Gasdynamik (IAG) der Universität Stuttgart getestet.
Die Umsetzung des Projekt ODDURE befindet sich derzeit im Abstimmungsprozess mit den indischen Partnern vor Ort, ist aber auch für andere Länder in Asien, Afrika, Mittel- und Südamerika denkbar. Der Präsident der TH Nürnberg, Prof. Dr. Michael Braun: „Die TH Nürnberg trägt mit einer innovativen Transferleistung sehr gerne zur Entwicklung neuer technologischer Informationsstandards bei. Als Hochschule unterstützen wir die Teilhabe an Wissen und Information.“