Ein riesiger Goldwürfel leuchtet in der neuen Ausstellungshalle des Stadtmuseums Schwabach und taucht sie in ein mystisches Licht: Hier ist wirklich alles Gold, was glänzt! Die „Goldbox“ ist vollständig mit Schwabacher Blattgold (23,5 Karat Rosenobel-Doppelgold) bedeckt. Sie steht im Zentrum einer neuen Dauerausstellung zur international bedeutenden Handwerks- und Industriegeschichte Schwabachs.
Partner bei der Konzeption und Gestaltung dieses ersten Bauabschnitts war die Firma „impuls-design“ aus Erlangen. Den Ausstellungsmachern gelang es, die Historie des Blattgoldes und die vielen Geschichten, die sich darum ranken, auf überraschende und unterhaltsame Weise zu inszenieren. Die Erlebnisausstellung fügt sich dabei gekonnt in die außergewöhnliche Architektur des Museumsgebäudes ein. Weitere Abschnitte zu den Themen Draht, Nadeln, Schrauben und Federn folgen bis 2011. |
Die Blattvergoldung stammt von Hans Kellner, einem renommierten Münchner Vergoldermeister und Fachlehrer an der dortigen Meisterschule für Vergoldung.Live-Demonstrationen mit einem Goldschlägermeister können gebucht werden, ansonsten gibt es regelmäßige halbstündige audiovisuelle Darbietungen. Zwei eigens erstellte Filme über Schwabach und seine Goldschlägertradition sowie zur Blattgoldherstellung einst und heute ergänzen die Schau. |
Die Blattgoldschlägerei ist neben der Nadelherstellung der traditionell bedeutsamste Produktionszweig der reichen Handwerks- und Industriegeschichte Schwabachs.
Zur Zeit der Hochblüte des Goldschlägergewerbes, das seit dem 16. Jahrhundert in Schwabach nachweisbar ist, existierten in den 20er Jahren des letzten Jahrunderts 127 Betriebe. Heute gibt es noch 5 Goldschlägereien, die weitgehend mit computergesteuerten Schlagautomaten ausgestattet, das Schwabacher Traditionsprodukt nach wie vor weltweit exportieren. Im nachgestellten beispielhaften Ensemble der Goldschlägerwerkstatt sind vor allem Geräte der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts ausgestellt, die für das traditionelle Handwerk des Blattgoldschlagens benötigt wurden und zum Teil noch werden. Die Exponate stammen aus Schwabacher Goldschlägereien (Ende 19. Jh. bis Mitte 20. Jh.).