Geschichte des Museums

1904 begann der Geschichts- und Heimatverein Schwabach, der damals noch "Historischer Verein für Schwabach und Umgebung" hieß, Ausstellungsobjekte für ein Heimatmuseum zu sammeln.
Ausgestellt wurden die 3640 Gegenstände ab 1931 im Keller des Ämtergebäudes am Rande der südlichen Altstadt. Während des Zweiten Weltkrieges und in den Wirren der Nachkriegszeit ging ein Teil dieser Sammlungen verloren.

1956 vermachte die Witwe des Nadelfabrikanten Carl Wenglein die renommierte umfangreiche naturkundliche Privatsammlung ihres Mannes mit unter anderem 2600 Vogel- und Reptilieneiern der Stadt Schwabach. Zusammen mit der historischen und industriegeschichtlichen Sammlung des Geschichts- und Heimatvereins war somit der Grundstock für ein Stadtmuseum gelegt, das 1957 in einem eigenen Gebäude im Stadtzentrum eröffnet wurde.

1961 erhielt der Sammlungsbestand umfangreichen Zuwachs: eine völkerkundliche Privatsammlung aus dem ehemaligen Schutzgebiet Deutsch-Ostafrika mit ca. 2000 Gegenständen wurde als Leihgabe übernommen. Eine Dauerpräsentation scheiterte an den Platzverhältnissen.

An die naturkundliche Eiersammlung wurde 1986 eine volkskundliche Eiersammlung aus Würzburg angegliedert. Beide Sammlungen machten das Schwabacher Museum weit über die Stadtgrenzen hinaus unter dem populären Namen "Eiermuseum" berühmt.

1994 zog das Stadtmuseum aus den alten beengten und konservatorisch bedenklichen Verhältnissen mit seinen inzwischen ca. 30.000 Exponaten in das Gebäude der ehemaligen Kaserne um.

Das Gebäude

Das Museumsgebäude liegt in der ehem. Kaserne im Norden der Stadt. Es ist 1935 für Nachrichtentruppen der Wehrmacht entstanden und wurde am Ende des Zweiten Weltkrieges durch die amerikanischen Besatzungsgruppen beschlagnahmt. Diese waren dort bis 1992 stationiert.

An Ostern 1996 wurde das Stadtmuseum am neuen Ort erstmals wieder für Einzelbesucher geöffnet, ab 1998 mit festen Öffnungszeiten.

Zwei große Sonderausstellungen behandelten die bisher nur unzulänglich erforschten Jahre vom Ersten Weltkrieg bis ca. 1980 und wurden in Dauerausstellungen umgewandelt. Eine Abteilung zur Seifenherstellung in Schwabach folgte 1999.

Das Museum befindet sich im kontinuierlichem Ausbau.
Ostern 2003 wurde die volkskundliche Eiersammlung „Heer-Maynollo“ in neuen Räumen großzügig präsentiert. Im Jahr 2004 wurde das „Wengleinsche Naturmuseum“ restauriert und ebenfalls zu Ostern neu eröffnet.

„Eine Zeitreise mit Fleischmann“ können die Besucher seit November 2005 auf 800m² im Dachgeschoss besichtigen. In Kooperation mit dem fränkischen Hersteller werden 2000 Blechspielwaren und Modelleisenbahnen aus 120 Jahren Firmengeschichte von „Fleischmann“ in der bis dahin modernsten Ausstellung präsentiert.

Ostern 2009 konnten die Besucher einen großen Anbau an der Ostfassade des Museums in Besitz nehmen. Seitdem liegt der Eingang an der Dr. Haas-Straße. Das Nürnberger Architekturbüro „Niederwöhrmeier+Kief“ erstellte in moderner Architektursprache einen Eingangsbau mit Shop und Café, einen Fahrstuhlturm und eine Ausstellungshalle. Das Museum ist seitdem barrierefrei ausgebaut.

Im Juli 2009 wurde der Museumspark eröffnet. Er ist im englischen Landschaftsgartenstil von „Lorenz Landschaftsarchitekten“ Nürnberg gestaltet.

In den Jahren 2009 bis 2011 wird die bisher aufwändigste Dauerausstellung des Stadtmuseums in der neuen Ausstellungshalle aufgebaut. Sie steht unter dem Thema „Metallverarbeitung in Schwabach“. Eine große Ausstellung zum Thema Blattgoldherstellung mit eigenem Live-Vorführtheater (so genannte „Goldbox“, Eröffnung Dezember 2009) wird ergänzt durch eine Präsentation zu den Schwabacher Industriezweigen Nadel-, Schrauben- und Federnfabrikation sowie Drahtzug und Leonische Drahtherstellung.