Stadtkämmerin Stefanie Rother zum Haushalt 2026: Schwabach sichert Handlungsfähigkeit trotz steigender Belastungen
Der Haushalt 2026 ist beschlossen. Er entsteht in einer Zeit, in der die finanziellen Spielräume vieler Kommunen enger werden. Internationale Krisen und wirtschaftliche Unsicherheiten wirken sich zunehmend auch auf die kommunale Ebene aus. Gleichzeitig zeigt sich immer deutlicher, dass Aufgaben von Bund und Land stärker auf die Städte übergehen, ohne dass die Finanzierung im gleichen Maße mitwächst. Auch Schwabach steht vor diesen Herausforderungen.
Entscheidend ist daher, wie mit dieser Situation umgegangen wird. Der Haushalt 2026 setzt hier einen klaren Schwerpunkt: Handlungsfähigkeit sichern, Prioritäten setzen und Investitionen gezielt steuern.
Investitionen
Ein zentraler Baustein bleibt die Investitionstätigkeit. Im Jahr 2026 werden rund 25,2 Millionen Euro in die Zukunft der Stadt investiert. Der Schwerpunkt liegt bewusst im Bildungsbereich mit rund 10,6 Millionen Euro.
Besonders sichtbar ist dies beim Neubau der Fachoberschule in Kombination mit der Sanierung der staatlichen Wirtschaftsschule. Die laufenden Bauarbeiten prägen bereits heute das Stadtbild und stehen für eine grundlegende Weiterentwicklung der Bildungsinfrastruktur.
Darüber hinaus werden weitere Maßnahmen umgesetzt. Für die Generalsanierung der Hermann-Stamm-Realschule werden Planungskosten bereitgestellt. Die Ganztagsbetreuung wird an mehreren Schulen weiter ausgebaut. Investitionen fließen auch in die Sanierung von Schulturnhallen, die seit Jahren einen hohen Handlungsbedarf aufweisen, sowie in die Dachsanierung am Wolfram-von-Eschenbach-Gymnasium. Diese Maßnahmen sichern die Qualität des Schulbetriebs und schaffen langfristig verlässliche Strukturen.
Neben dem Bildungsbereich werden wichtige Projekte der Stadtentwicklung fortgeführt. Für die Neugestaltung des Martin-Luther-Platzes sind 2,1 Millionen Euro eigene Mittel bei einer geförderten Gesamtinvestition von rund 5,5 Millionen Euro vorgesehen. Ziel ist es, einen zentralen Ort mit hoher Aufenthaltsqualität für die Bürgerinnen und Bürger zu schaffen. Ergänzend werden rund 3,2 Millionen Euro in Straßenbaumaßnahmen investiert und damit die städtische Infrastruktur gezielt gestärkt.
Herausforderungen
Die finanziellen Rahmenbedingungen bleiben anspruchsvoll. Die Schlüsselzuweisungen sinken auf rund 15,9 Millionen Euro, während die Bezirksumlage auf knapp 19,6 Millionen Euro ansteigt. Gleichzeitig wachsen die Sozialausgaben weiter. Die Aufwendungen für die Grundsicherung erhöhen sich von rund 1,3 Millionen Euro auf über 2,1 Millionen Euro.
Diese Entwicklungen sind nicht lokal verursacht, sondern Ergebnis übergeordneter Entscheidungen. Sie führen dazu, dass die finanziellen Spielräume enger werden und eine noch klarere Prioritätensetzung erforderlich ist.
Auch die Personalausgaben steigen und liegen im Jahr 2026 bei rund 56,4 Millionen Euro. Hintergrund sind steigende Anforderungen, tarifliche Entwicklungen und der demografische Wandel. Ziel bleibt es, die Leistungsfähigkeit der Verwaltung zu sichern und gleichzeitig die Strukturen effizient weiterzuentwickeln.
Starker Wirtschaftsstandort
Eine wichtige Grundlage für die Stabilität des Haushalts bleibt die wirtschaftliche Stärke Schwabachs. Die Gewerbesteuer bewegt sich weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Nach einem Ist-Aufkommen von rund 34,0 Millionen Euro im Jahr 2025 wird für das Jahr 2026 ein Planansatz von 32,9 Millionen Euro angesetzt.
Auch die Einkommensteueranteile entwickeln sich stabil. Sie profitieren unter anderem von der positiven Entwicklung im Wohnungsbau und tragen zu einer verlässlichen Einnahmesituation bei. Insgesamt steigen die Steuereinnahmen auf rund 79,6 Millionen Euro.
Solide Finanzpolitik
Den ordentlichen Erträgen von rund 177,5 Millionen Euro stehen Aufwendungen von rund 180,1 Millionen Euro gegenüber. Daraus ergibt sich ein geplantes Jahresergebnis von minus 2,7 Millionen Euro. Gleichzeitig steigt der Finanzierungsbedarf für Investitionen auf rund 15,2 Millionen Euro.
Trotz dieser Entwicklung bleibt die Verschuldung auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Mit rund 620 Euro pro Kopf liegt Schwabach bislang deutlich unter dem Durchschnitt vergleichbarer Städte in Bayern. Auch mit den geplanten zusätzlichen Finanzmitteln wird die pro Kopf Verschuldung mit ca. 930 Euro weiter deutlich unter vergleichbaren Städten liegen.
Der Haushalt 2026 steht damit für eine klare Linie. Belastungen werden benannt, Prioritäten konsequent gesetzt und Investitionen gezielt dort eingesetzt, wo sie langfristig Wirkung entfalten. Auf dieser Grundlage bleibt Schwabach auch unter schwierigen Rahmenbedingungen handlungsfähig und gestaltet seine Zukunft aktiv.
Eckdaten des Haushalts 2026
| Ordentliche Erträge | 177.468.528 € |
| Ordentliche Aufwendungen | -180.123.689 € |
| Jahresergebnis | -2.655.161 € |
| Steuereinnahmen | 79.567.000 € |
| Personalausgaben insgesamt | 56.412.146 € |
| Investitionen | 25.236.750 € |
| Kreditaufnahmen (netto) | 13.530.000 € |
Top-Investitionen im Haushalt 2026
| 2026 | Gesamt-Investionen | |
| Fachoberschule Neubau | 6.000.000 € | 12.034.000 € |
| Wolfram-von-Eschenbach-Gymnasium: Sanierung Flachdach | 300.000 € | noch nicht bekannt |
| Hermann-Stamm-Realschule: Generalsanierung Planungskosten | 700.000 € | noch nicht bekannt |
| Städt. Wirtschaftsschule: Generalsanierung Planungskosten | 500.000 € | noch nicht bekannt |
| Christian-Maar-Schule: Ganztagsbetreuung Planungskosten | 750.000 € | 4.108.000 € |
| Johannes-Helm-Schule: Ganztagsbetreuung, Sanierung, Umbau | 570.000 € | 3.400.000 € |
| Wolfram-von-Eschenbach-Gymnasium: Generalsanierung Turnhalle | 1.250.000 € | 5.748.000 € |
| Zwieseltal-Schule: Turnhalle Generalsanierung | 500.000 € | 5.100.000 € |
| Martin-Luther-Platz: Neugestaltung | 2.120.000 € | 5.500.000 € |
| Grunderwerb | 4.320.000 € | jährlich laufende Maßnahmen |
| Verwaltungsgebäude + Ausstattung | 576.700 € | jährlich laufende Maßnahmen |
| ehem. Hotel Schwarzer Bär: Umbau Verwaltungsgebäude | 300.000 € | 2.400.000 € |
| Baubetriebsamt: Investitionen/Austattung | 759.500 € | jährlich laufende Maßnahmen |
| Feuerwehr/Katastrophenschutz | 619.400 € | jährlich laufende Maßnahmen |
| Abwasser/Abfall/Friedhof: Kostenrechnende Einrichtungen | 807.700 € | jährlich laufende Maßnahmen |
| Straßenbaumaßnahmen | 3.233.000 € | jährlich laufende Maßnahmen |
| Städtebauförderung | 615.600 € | jährlich laufende Maßnahmen |
| 23.921.900 € | 38.290.000 € |
Steuereinnahmen
| Plan 2026 | Nachtragsplan 2025 | |
| Grundsteuer A | 20.000 € | 39.500 € |
| Grundsteuer B | 7.300.000 € | 7.300.000 € |
| Gewerbesteuer | 32.900.000 € | 31.000.000 € |
| Einkommensteueranteil | 34.150.000 € | 33.000.000 € |
| Umsatzsteueranteil | 4.982.000 € | 4.133.700 € |
| Hundesteuer | 215.000 € | 215.000 € |
| Summe | 79.567.000 € | 75.688.200 € |
French (FR)
Italian (IT)
Turkish (tr-TR)
Greek (el-GR)
Spanish (es-ES)
English (UK)
Deutsch