Die Stadt Schwabach ebnet den Weg für die Zukunft des Schwabacher Krankenhauses: In einem Bieterverfahren wird ein neuer Eigentümer gesucht. „Nach intensiver Analyse und Beratung haben wir uns für dieses Verfahren entschieden, um die Zukunft des Krankenhausstandorts Schwabach sicherzustellen und möglichst viele Arbeitsplätze in Schwabach zu erhalten“, erklärt Oberbürgermeister Peter Reiß. Um das Bieterverfahren zu ermöglichen, verkauft die Stadt ihre Anteile am Schwabacher Krankenhaus in Höhe von 25 Prozent an Diakoneo KdöR, den bisherigen Mehrheitseigentümer und Betreiber des Hauses. Gleichzeitig verpflichtet sich Diakoneo, das Bieterverfahren durchzuführen, in dem ein neuer Eigentümer für das Schwabacher Krankenhaus gesucht wird.
In intensiven Beratungen im Stadtrat ist man über alle Fraktionen hinweg einstimmig zur Überzeugung gelangt, dass der Weg eines Bieterverfahrens die besten Chancen bietet, um einen neuen leistungsstarken Betreiber für die Klinik in Schwabach zu gewinnen. Für ein erfolgreiches Bieterverfahren ist es notwendig, die bisherige 25 Prozent-Beteiligung an Diakoneo abzugeben. Bis zu einem Vertragsabschluss mit einem Bieter betreibt Diakoneo das Krankenhaus bis auf weiteres weiter.
Zukunftsfähiges Betriebskonzept ohne kommunalen Versorgungsauftrag
„Das ist ein schwerer Entschluss. Aber nur auf diesem Weg sehen wir eine reelle Chance, Arbeitsplätze und medizinische Leistungen in Schwabach zu sichern.“, so Oberbürgermeister Reiß. „Ein neuer Eigentümer muss davon ausgehen, den kostenintensiven kommunalen Versorgungsauftrag der Kommune weiterhin gewährleisten zu müssen. Wir haben mit Diakoneo vereinbart, alles dafür zu tun, um möglichst schnell ein zukunftsfähiges Betriebskonzept und einen fachlich und finanziell leistungsfähigen neuen Partner für unsere Klinik zu finden. Ich bitte dabei ausdrücklich um das Vertrauen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krankenhauses, die den Betrieb bislang unter großem persönlichen Einsatz aufrechterhalten. Dafür gilt allen mein herzlicher Dank.“
Aktuelle Neuordnung der Krankenhauslandschaft bietet Chance für Schwabach
Stadtkämmerin Stefanie Rother erläutert: „Der Trägerwechsel im Bieterverfahren ist nur dann erfolgreich, wenn die Kommune nicht beteiligt ist. Mit den Verfahren wird ein im Gesundheitssektor und bei der Durchführung von Bieterverfahren erfahrenes Beratungsunternehmen beauftragt. Da der Kliniksektor jetzt neu sortiert wird, hat nur zügiges Handeln die besten Erfolgsaussichten.“
Knut Engelbrecht, Referent für Recht und Soziales, erklärt dazu: „Das Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz sieht die Neuordnung der Krankenhauslandschaft ab dem Jahr 2027 vor. Dies wird unserem bisherigen Betriebskonzept die rechtliche Grundlage entziehen. Wollen wir in Schwabach auch in Zukunft eine klinische Versorgung haben, müssen wir neue Wege gehen.“
Stadtkämmerin Rother bestätigt: „In diesem Gesetz sind Fördermöglichkeiten vorgesehen, um das Geschäftsmodell von Krankenhäusern von der Größe Schwabachs zu verändern und umzubauen. Das bietet Chancen für die Zukunft und den langfristigen Erhalt des Schwabacher Krankenhauses.“
Hintergrund: Das Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz
Der Bund hat mit dem Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz die Neuordnung des Krankenhaussektors ab 2027 eingeleitet. Die Gesetzgebung sieht in Ballungsräumen die Stärkung von großen Kliniken vor. Kleinere Häuser mit weniger Angebot an Fachärzten und Leistungen werden die gesetzlichen Normen nicht mehr erfüllen und demzufolge keine finanzielle Entschädigung mehr erhalten. In der Folge kann nach fachrechtlicher Einschätzung das Krankenhaus Schwabach spätestens in zwei Jahren die neuen gesetzlichen Standards unter anderem für den Betrieb von Notfallversorgung und Intensivstation nicht mehr erfüllen.
Vor diesem Hintergrund haben alle Beteiligten schon frühzeitig durch Analysen alle möglichen Wege für ein mögliches Fortbestehen des Krankenhauses Schwabach geprüft. Die Bewertung wurde in konstruktiven Gesprächen zwischen dem zuständigen Ministerium und Diakoneo erarbeitet und ist Grundlage für die aktuellen Entscheidungen.